Workshop Berufsschule

Lebensfragen im dritten Ausbildungsjahr

Jedes Mal, wenn ein Workshop bevorsteht, freue ich mich auf diesen Tag. Obwohl? Internet- und Mediensucht hört sich nicht wirklich sexy an. Ein Thema, was alle betrifft, worüber jedoch niemand spricht. Es geht nicht darum eine Perspektive überzustülpen, sondern darum Menschen auf ihrem persönlichen Weg des Wachstums zu begleiten. Vom Gaming über Social Media bis hin zu Pornografie kann alles Gegenstand sein.

An einem regnerischen Tag komme ich am Bahnhof einer Kleinstadt in Sachsen an. Glücklicherweise holt mich ein Lehrer des dortigen Berufsschulzentrums mit dem Auto ab. Meine zwei Workshops würden in dem besten Raum der Schule stattfinden, neu saniert. Mit diesem positiven Gefühl betrete ich das Gebäude von über 1.500 Schülern. In einem kurzen Gespräch mit dem Direktor stellt sich heraus, er würde mich bereits kennen. Entweder aus einer Zeitung oder aus dem Beitrag beim MDR.

Bei beiden Workshops kristallisierte sich ein Thema als zentral heraus: Zeit. Nicht im Sinne von: „Wann ist die nächste Pause?“, sondern „Wie viel Lebenszeit habe ich?“ Nur wenige schienen sich bis zu diesem Tag Gedanken über die Begrenztheit des Lebens gemacht zu haben. Umso mehr beteiligten sie sich eifrig an der Diskussion und brachten eigene Erfahrungen ein. Sogar die Lehrerin der ersten Gruppe ergriff das Wort und erzählte aus ihrer Perspektive: „Wenn man jung ist, macht man sich darüber kaum Gedanken, doch irgendwann bemerkt man, dass man nicht mehr alles tun kann.“

Die zweite Gruppe war wesentlich kleiner, sodass ein intensiver Austausch mit den Schülern möglich war. Schnell zeigten sich große Differenzen. Zwei nutzen keine sozialen Netzwerke, bis auf WhatsApp und einige andere 10 Stunden am Tag oder sogar länger. Wohin könnte die Reise des Lebens führen, wenn man die 15.000 Stunden EGO-Shooter anders nutzt und verbringt? Bei dieser Frage lächelten einige und sagen: „Oder sogar mehr. Vieles davon ist einfach sinnlos.“ Lediglich eine Person beteiligte sich nicht am Geschehen und saß mit verschränkten oder sehr platzeinnehmenden Armen da. Auch Körpersprache erzählt Gedanken, die Gedanken einer Person, welche sich erhaben über den Inhalten fühlt, da die Spielzeit wesentlich höher ist.

Mir geht es nicht darum meine Meinung aufzudrücken, sondern darum eine andere Perspektive zu vermitteln. Jede Perspektive kann das Leben bereichern. Was jeder Einzelne mit diesem Wissen, dieser Möglichkeit, dieser Chance anfängt, bleibt ihm selbst überlassen. Im Anschluss kommen einige Schüler zu mir uns bedanken sich für diese wertvollen Inhalte.

Das Feedback einer Lehrerin zu den Workshops war hervorragend:

Der Workshop in einer Berufsschulklasse des 3. Ausbildungsjahres war aus meiner Sicht (Ethiklehrerin) ein voller Erfolg. Die Thematik Onlinesucht wurde jugendgerecht, sehr persönlich, authentisch und emotional besprochen. Dazu unterlegt mit anschaulich präsentiertem Fachwissen im richtigen Maß. Mein Eindruck: es wirkt!“

Vielen Dank für eure Perspektiven. Ohne euch wären unsere Workshops nicht das geworden, was sie waren.