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Aufklärung: Handys und Internet bei Grundschülern

Auf einen meiner Blogbeiträge meldete sich die Schulleiterin einer Grundschule. Es besteht Bedarf an Aufklärung, denn die Kinder bekommen immer früher ein Handy mit Internetzugang. Doch ist das wirklich notwendig? Mit dem Gerät entstehen Risiken, die nur schwer zu kontrollieren sind. Selbst Regeln und der Einsatz einer Schutzsoftware helfen wenig, wenn kein grundlegendes Verständnis vorhanden ist. Daher sind sieben Workshops für die Klassen drei und vier geplant.

In der Grundschule

Als ich das Gebäude der Grundschule betrete, ist gerade Pause und einige Kinder kommen mir entgegen, um auf den Hof zu gelangen. Intuitiv gehe ich nach oben und gelange zum Sekretariat. Nach einem kurzen Gespräch stehe ich in der Aula, wo die Workshops stattfinden sollen. Der helle Parkettboden und die hölzernen Stühle schaffen eine angenehme Atmosphäre. Für mich wurde ein Flipchart mit einem Moderationskoffer gekauft. Vielen Dank an die sehr freundliche Schulleitung.

Als die erste Klasse den Raum betritt, steht der Stuhlkreis bereits. Ich möchte nicht an Schule erinnern. Es muss ein Setting sein, was die Schüler aus dem Alltag reist, um einen Effekt zu erzielen. Mit jeder Gruppe führe ich einen ähnlichen Workshop durch. Daher hier nur die Highlights aus den Veranstaltungen.

Regeln bei der Medien- und Internetnutzung

Bei der Frage, wer schon alles ein Handy hat, melden sich in den vierten Klassen nahezu alle, jedoch unterscheiden sich die Regeln stark voneinander. Neben den üblichen 30 Minuten am Tag, schockieren mich einige Aussagen: „Der Bildschirm meines Handys geht nach 7 ½ Stunden aus.“ „Am Wochenende dürfen wir drei Stunden am Tag spielen, manchmal auch mehr“, sagen Zwillinge mit dem gleichen T-Shirt. Auf ihm ist eine Spielekonsole abgebildet. Prinzipiell nicht verkehrt, doch gerade die Jungs definieren sich über die Spiele, welche sie „zocken“. Diese Affinität kann die Grundlage einer Sucht sein.

Aufklärung vor Mediensucht

Gemeinsam sprechen wir darüber, warum manche Menschen süchtig nach dem Internet werden und was wir tun können, damit uns so etwas nicht passiert. Immer, wenn ich eine Geschichte oder einen Erfahrungsbericht aus meiner Beratung wiedergebe, hören die Kleinem besonders gespannt zu. Genau so möchte ich Sie erreichen. Durch Geschichten, mit denen Sie sich identifizieren können, um eine Veränderung anzustoßen.

Das Feedback einer Schülerin

Am 8.11. hatten wir ein Projekt mit Florian über Medien. Er sprach über seine eigenen Erfahrungen. Florian hatte sich nachts ein oder zwei Wecker gestellt. Manchmal hatte er seinen Eltern erzählt, dass er krank wäre. In der Schule war er oft müde und spielte mit seinem Handy. Sein Leben bestand nur noch aus digitalen Medien. Etwas später hat er uns eine Geschichte über Caroline erzählt. In der Geschichte ging es darum, dass man keine Körperfotos von sich und unseren Freunden posten soll. Danach sollten wir aufschreiben, was man tun kann, dass man nicht süchtig wird. Die Klasse hat z. B. das hier geschrieben:

  • Sperre fürs Handy
  • höchstens 1 Stunde am Handy, Tablet und PC verbringen
  • mit richtigen Freunden spielen

Florian hat uns auch erzählt, dass man fremden Leuten keine Fotos schicken soll und nicht mit ihnen schreiben. Ich finde, man sollte sein Leben leben und nicht nur nach Computerspielen richten.

Prävention auch für Eltern

Der kleine Held, den ich am Ende von jedem Workshop an das Flipchart male, bleibt im Gedächtnis verbunden mit dem Alternativ zum Internet- und Handykonsum. In der Feedbackrunde fragt mich ein Mädchen, ob ich nicht mit Ihren Eltern über Medien reden könnte. Deswegen komme ich wieder, um im Elternabend zu sensibilisieren. Dennoch bleibt die Hauptaufgabe, ein Vorbild zu sein, bei den Eltern.

Handy und Internet in der Grundschule

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