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#2 Neun Symptome für eine Computersucht

Bereits im frühen Kindesalter entdecken die Kleinsten unserer Gesellschaft das Internet. Gaming, Social Media und Streaming bieten faszinierende Möglichkeiten. Faszinierend und fesselnd. Als ständiger Begleiter im Alltag fällt es schwer eine Grenze zwischen Freizeitbeschäftigung und Computersucht zu erkennen.

Jeder braucht Computer-Skills, doch wie sieht ein angemessenes Verhalten aus? Diese Frage beschäftigt oft das Familienleben. Beantworten Sie drei oder vier der folgenden Anzeichen mit ja, handelt es sich um ein kritisches Verhalten. Bei fünf oder mehr sollten Sie dringend intervenieren.

  1. Gedankliche Vereinnahmung

Vielseitige Tätigkeiten prägen den Alltag von Jugendlichen. Beschäftigt sich ihr Kind jedoch überwiegend mit Inhalten der Virtualität im echten Leben, handelt es sich um eine Vereinnahmung.

  1. Entzugssymptome

Funktioniert eine Zeit ohne digitale Geräte nur selten, sind dies erste Warnsignale. Entzugssymptome zeigen sich unter anderem in Unruhe und ständige Streitereien, endlich wieder an den Rechner zu dürfen.

  1. Toleranzentwicklung

Mit der Zeit verlieren Tätigen in der Virtualität ihren Reiz. Süchtige verstärken daher ihren Konsum, um eine gleichbleibende Stimulation zu erfahren oder nehmen zusätzlich andere Suchtmittel.

  1. Kontrollverlust

Zögert ihr Kind die Länge der Onlinezeiten heraus, hält sich nicht mehr an Regeln und lässt sich unkontrolliert von Emotionen leiten, liegt ein Verlust der Kontrolle zugrunde.

  1. Verlust des Interesses

Bindet die Virtualität das Interesse für andere Tätigkeiten, beschränkt sich die Handlungsvariabilität. Auch anhaltende Motivationslosigkeit erfordert Beachtung.

  1. Langfristige Nutzung

Kurze Phasen des intensiven Spielens stellen kein Problem dar. Kommt dies jedoch häufiger oder über einen längeren Zeitraum vor, handelt es sich um ein kritisches Verhalten.

  1. Leugnung des Problems

Abhängige gestehen sich die problematische Nutzung selten ein. Mittels Lügen und Gutheißungen spielen Betroffene sich selbst und Angehörigen etwas vor.

  1. Flucht vor negativen Emotionen

Belastende Gefühle treiben eine Sucht an. Versteckt sich der Betroffene vor diesen in der Virtualität, sollten sie wachsam sein.

  1. Akzeptanz der negativen Auswirkungen

Ein langfristiger Konsum schafft Probleme in der Realität. So akzeptieren und ignorieren Betroffene Unordnung, Leistungsabfall in der Schule oder den Verlust von Freunden.

Diese neun Kriterien entstammen dem Leitfaden zur Bewertung einer Sucht, welchen ich in meinem Buch: „Ade Avatar: Schritte in die Freiheit“ vorstelle. In Zusammenarbeit mit Therapeuten entstand die „Drei-Schritt-Methode“, um Jugendliche aus der Virtualität zu befreien. Sie ist für Eltern aufbereitet und generell nahestehende Personen können diesen anwenden.

Da ich selbst unter einer Sucht litt, kenne ich beide Perspektiven. Die von Angehörigen und Betroffenen. Mein Herzensprojekt: „Ade Avatar“ unterstützt daher die Wiederkehr in der Wirklichkeit. Niemand sollte unter den digitalen Möglichkeiten leiden, sondern von ihnen profitieren.

Vermeiden Sie langfristige Schäden und achten Sie auf eine sinnvolle Nutzung.

Anmerkung: Diese Symptome treffen sowohl auf Computersucht, aber auch Medienabhängigkeit, Internetsucht und Handysucht zu.

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