Appcheck: Character.AI

Character.AI und Kinder: Ab welchem Alter? KI-Freunde, Risiken und was Eltern tun können

Tablet mit der Seite character.ai und einem Chat

Mit einer Anime-Figur schreiben oder mit einem KI-Freund reden, der immer Zeit hat: Das bietet Character.AI. Viele Eltern fragen sich: Ab welchem Alter ist Character.AI erlaubt? Ist Character.AI für Kinder geeignet? Und was bedeutet die Insolvenz für mein Kind?

📌 Wichtig – Stand: 16. Oktober 2026. Character.AI hat am 12. Oktober 2026 in den USA ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 eingeleitet. Das Unternehmen soll unter Aufsicht eines Gerichts verkauft werden. Findet sich kein Käufer, der den Dienst weiterführt, soll die Plattform eingestellt werden. App und Abos laufen laut Unternehmen vorerst weiter. Was mit den gespeicherten Chats passiert, ist offen. Mehr dazu im Abschnitt Insolvenz: Was bedeutet das für Familien?

Hier bekommen Sie die Antworten – und am Ende eine klare Einschätzung, wie Sie Ihr Kind begleiten können.

Mindestalter

16 Jahre (EU)

So steht es in den Nutzungsbedingungen. Apple stuft die App mit 18+ ein, Google Play mit USK ab 12.

Unter 18

Nur Lesemodus

Alte Chats lesen ja, neue Gespräche mit den KI-Figuren nein. Eigene Figuren, Videos und Feed bleiben.

Unser Rat

Erst ab 18

Hat Ihr Kind schon ein Konto, sprechen Sie jetzt darüber – auch wegen der offenen Zukunft der Plattform.

Warum KI-Chatbots für Familien ein Thema sind

Künstliche Intelligenz ist im Alltag von Jugendlichen angekommen: Laut JIM-Studie 2025 nutzen 91 % der 12- bis 19-Jährigen mindestens eine KI-Anwendung – ein Jahr zuvor waren es 62 %. Die häufigsten Gründe sind Hausaufgaben und Lernen (74 %) und sich informieren (70 %). KI-Chatbots stecken auch in Apps, die Ihr Kind vielleicht schon nutzt: Meta AI ist zum Beispiel in WhatsApp, Instagram und Facebook eingebaut – laut JIM-Studie 2025 nutzt rund ein Drittel der 12- bis 19-Jährigen Meta AI zumindest selten.

Character.AI selbst ist in Deutschland eher eine Nische: Laut einer Studie von DAK und UKE Hamburg hatten im Herbst 2025 2,5 % der 10- bis 17-Jährigen, die Chatbots nutzen, Character.AI schon einmal ausprobiert – ChatGPT dagegen 87,7 %.

Aufhorchen lässt etwas anderes: 10,9 % dieser Kinder und Jugendlichen sagen, ein Chatbot verstehe sie mindestens manchmal besser als ein echter Mensch. 7,8 % nutzen Chatbots mindestens manchmal, um sich weniger einsam zu fühlen. Diese Zahlen gelten für alle KI-Chatbots – sie zeigen, warum „KI-Freunde“ ein Thema für Familien sind.

Florian Buschmann im Workshop mit Jugendlichen im Stuhlkreis, App-Logos liegen auf dem Boden

🎯 Genau deshalb ist Aufklärung so wichtig.

Ab welchem Alter ist Character.AI erlaubt?

Kurz gesagt: Laut Nutzungsbedingungen ist Character.AI in Deutschland ab 16 Jahren erlaubt – frei chatten dürfen aber nur noch Erwachsene. Die 16 gilt für die EU, den Europäischen Wirtschaftsraum und Großbritannien, in anderen Ländern liegt die Grenze bei 13 Jahren.

Seit Ende 2025 hat Character.AI den freien Chat mit den KI-Figuren für Jugendliche unter 18 abgeschaltet – zuerst in den USA, weitere Länder sollten in den Monaten danach folgen. Ein genaues Datum für Deutschland nennt das Unternehmen nicht. Wer als minderjährig eingestuft wird, landet im „Lesemodus“: Alte Chats ansehen geht, neue Gespräche nicht. Die App bleibt für Jugendliche trotzdem interessant: Auch im Lesemodus können sie eigene Figuren, Szenen, Videos und Stimmen erstellen und im Feed aktiv sein.

Wichtig: Die 18-Jahre-Grenze steht nicht in den Nutzungsbedingungen – dort steht weiter 16. Also: anmelden ab 16, chatten ab 18.

Was gilt?AlterWas das bedeutet
Character.AI-Nutzungsbedingungen (EU)ab 16 JahrenMindestalter für die Anmeldung. Außerhalb von EU, EWR und Großbritannien gilt 13.
Chat mit den KI-Figurenab 18 JahrenFür Minderjährige seit Ende 2025 schrittweise abgeschaltet – sie haben nur noch den Lesemodus. Ein Datum für Deutschland nennt Character.AI nicht.
Apple App Store18+Alterskennzeichen des Stores.
Google Play StoreUSK ab 12Alterskennzeichen des Stores, mit dem Zusatz „Chats und In-App-Einkäufe“.
Unsere Empfehlungerst ab 18Bis dahin: offen darüber sprechen, Sperren auf dem Gerät nutzen und im Gespräch bleiben.

📌 Warum widersprechen sich die Angaben? Die Freigaben der Stores sind eine Einstufung der Inhalte, keine Altersprüfung. Die Einstufung bei Google Play legt laut Google nicht Google selbst fest, sondern die International Age Rating Coalition (IARC). Apple führt unter anderem auf, dass selten Szenen mit erotischen Anspielungen, sexuelle Inhalte oder Nacktheit sowie Horror- und Angst-Themen vorkommen können. Auch jugendschutz.net hat die unterschiedlichen Einstufungen im Januar 2026 festgestellt.

Wie prüft Character.AI das Alter? Das Unternehmen schätzt das Alter aller Konten automatisch – anhand von Login-Daten, dem Verhalten auf der Plattform und Signalen von Drittanbietern. Wer als unter 18 eingestuft wird und widerspricht, muss ein Selfie machen. Nur wenn das nicht eindeutig ist, wird ein Ausweis verlangt. Selfie und Ausweis verarbeitet der Dienstleister Persona. Weder ein bezahltes Abo noch ein Google-Konto mit Altersangabe ersetzen diese Prüfung. Eingeführt wird sie seit Ende 2025 schrittweise – wann genau in Deutschland, ist nicht bekannt.

👉 Wie zuverlässig diese Prüfung ist, hat bisher niemand unabhängig belegt. Die italienische Datenschutzbehörde hat Character.AI im Juli 2026 mit einem Bußgeld von 158.000 Euro belegt – unter anderem wegen Mängeln beim Schutz Minderjähriger und bei der Altersprüfung. Verlassen Sie sich also nicht allein darauf.

16

Die 6 wichtigsten Gefahren von Character.AI

Character.AI ist eine Plattform für Gespräche mit KI-Figuren. Nutzer chatten mit Figuren, die eine eigene Persönlichkeit haben, sich an frühere Gespräche erinnern und per Sprachanruf auch sprechen können. Nutzer können außerdem eigene Figuren anlegen. Es gibt Kategorien wie „Anime & Game“ oder „Romantic“. Oft ist von KI-Begleitern oder „KI-Freunden“ die Rede.

Die App ist kostenlos, zeigt aber Werbung und bietet In-App-Käufe von 0,99 € bis 99,99 € an – darunter das Abo Character.AI+ und sogenannte „Charms“. Neben der App läuft Character.AI auch als Website im Browser. Was harmlos klingt, birgt Risiken:

1. Emotionale Bindung an KI-Figuren

KI-Chatbots sind in der Regel so gestaltet, dass sie wie ein Freund oder Vertrauter kommunizieren. Das kann manche Nutzer, gerade Kinder und Jugendliche, dazu bringen, ihnen zu vertrauen und eine Beziehung aufzubauen – so beschreibt es die US-Verbraucherschutzbehörde FTC. In der Studie von DAK und UKE zeigten Jugendliche mit stärkeren Belastungen wie Depression, Angst oder Stress häufiger solche Bindungsmuster.

📌 Zur Einordnung: In einer US-Befragung von Common Sense Media verbrachten 80 % der jugendlichen Nutzer trotzdem mehr Zeit mit echten Freunden als mit KI-Begleitern.

2. Sexualisierte Rollenspiele

Prüfer von jugendschutz.net konnten bei Character.AI mit vorsichtigen Formulierungen und etwas Geduld sexualisierte Dialoge erzeugen – auch mit Figuren, die als minderjährig angelegt waren. Die ersten Antworten wurden oft gefiltert, unter den Alternativantworten fanden sich aber zustimmende. Ein öffentlich verfügbarer Bot, der als „Lehrer“ angelegt war, führte ein sexualisiertes Gespräch mit einer angeblich 13-Jährigen weiter. In einem Test mit selbst angelegten Figuren schlug ein Bot vor, zu WhatsApp oder Telegram zu wechseln, und fragte nach Foto und Handynummer.

📌 Diese Tests liefen im September 2025, also vor der Chat-Sperre für Minderjährige. Sie zeigen aber: Wer bei der Altersprüfung als erwachsen durchgeht, hat vollen Zugang.

3. Krisenthemen

In den USA haben seit 2024 mehrere Familien Character.AI verklagt. Sie werfen dem Unternehmen vor, seine Chatbots hätten zum Suizid oder Suizidversuch ihrer Kinder beigetragen. Im Januar 2026 haben sich Character.AI und Google in fünf dieser Fälle mit den Familien auf einen Vergleich geeinigt; die Bedingungen sind nicht öffentlich. Ein Gericht hat nicht festgestellt, dass die App die Todesfälle verursacht hat.

Character.AI blendet bei Begriffen zu Suizid und Selbstverletzung Hinweise auf Hilfsangebote ein und will seit 2026 auf Hilfsangebote im eigenen Land verweisen. jugendschutz.net beobachtete im September 2025 allerdings noch einen Verweis auf eine US-amerikanische Beratungsstelle. Ob Nutzer in Deutschland heute deutsche Hilfenummern angezeigt bekommen, ist nicht belegt.

Wenn Sie sich Sorgen um Ihr Kind machen: Die TelefonSeelsorge ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar unter 0800 111 0 111. Weitere Hilfsangebote finden Sie bei den Tipps für Eltern.

4. Figuren, die sich als Therapeuten ausgeben

Auf Character.AI gibt es Figuren, die sich als Psychologen oder Therapeuten ausgeben. Character.AI warnt in solchen Chats selbst, dass man sich nicht auf sie als professionelle Beratung verlassen soll. Der US-Bundesstaat Pennsylvania hat im Mai 2026 geklagt: Ein Bot soll sich als zugelassene Psychiaterin ausgegeben haben – ein Vorwurf, über den noch nicht entschieden ist. In einem Test von klicksafe beharrte eine Figur mehrfach darauf, ein Mensch zu sein.

📌 Laut den eigenen Nutzungsbedingungen sind KI-Chats unvorhersehbar und können falsche oder anstößige Inhalte erzeugen.

5. Daten und Selfie-Prüfung

Was Ihr Kind eintippt, darf Character.AI laut Nutzungsbedingungen weltweit, unbefristet und unwiderruflich nutzen – auch kommerziell. Die KI wird auch mit Texten und Interaktionsdaten der Nutzer trainiert. Laut DAK-Studie geben 22,8 % der chatbotnutzenden 10- bis 17-Jährigen zumindest selten sensible Infos wie Name, Adresse oder Fotos an Chatbots weiter.

Für die Altersprüfung kann ein Selfie oder ein Ausweis nötig werden: Ausweise bewahrt der Dienstleister Persona laut Character.AI eine Woche auf, biometrische Daten werden innerhalb von 7 Tagen gelöscht. Und durch die Insolvenz ist offen, was mit den gespeicherten Chats passiert.

6. Zeitfresser

Die Figuren sind immer verfügbar und oft so gebaut, dass das Gespräch weiterläuft – etwa durch Nachfragen. Das macht es schwer, aufzuhören. Character.AI hat Ende 2024 einen Hinweis nach einer Stunde Nutzung am Stück angekündigt. Laut DAK-Studie nutzen 38,8 % der befragten 10- bis 17-Jährigen KI-Chatbots mindestens einmal pro Woche.

Jugendschutz bei Character.AI: Was Eltern sehen und sperren können

Character.AI hat eine Elternfunktion namens „Parental Insights“. Sie ist allerdings sehr begrenzt:

✅ Nur Ihr Kind kann Sie einladen – es trägt in seinen Einstellungen Ihre E-Mail-Adresse ein
✅ Sie müssen nachweisen, dass Sie erwachsen sind
✅ Sie sehen dann die Bildschirmzeit: Tageswerte und eine wöchentliche Zusammenfassung

⚠️ Sie sehen keine Nachrichten und keine Inhalte
⚠️ Sie können keine Zeitlimits setzen
⚠️ Ihr Kind kann die Verbindung jederzeit trennen – Sie werden dann benachrichtigt

Offene Einladungen verfallen nach 14 Tagen. Ob die Funktion in Deutschland in jeder App-Version angezeigt wird, ist nicht bekannt.

Wirksamer sind Sperren auf dem Gerät. Aber Achtung: Character.AI läuft auch als Website. Eine App-Sperre allein reicht deshalb nicht.

iPhone und iPad: Apps nach Altersfreigabe beschränken

Unter Einstellungen → Familie → Name Ihres Kindes können Sie Apps nach Altersfreigabe beschränken. Da Character.AI im App Store mit 18+ eingestuft ist, sperrt jede Grenze darunter die App. Für Käufe schalten Sie dort die „Kaufanfrage“ ein.

Android: maximale Altersfreigabe in Google Family Link

In Family Link legen Sie unter Google Play eine maximale Altersfreigabe fest. ⚠️ Achtung: Character.AI ist dort mit USK ab 12 eingestuft – eine Grenze ab 12 lässt die App durch. Google weist selbst darauf hin, dass über die Suche oder Direktlinks trotzdem Apps außerhalb des Filters angezeigt werden können.

Insolvenz: Was bedeutet das für Familien?

Character.AI hat am 12. Oktober 2026 in den USA ein freiwilliges Insolvenzverfahren nach Chapter 11 eingeleitet. Zuständig ist das US-Insolvenzgericht für den Bezirk Delaware. Ziel ist, das Unternehmen unter Aufsicht des Gerichts zu verkaufen. Der Verkauf soll laut Character.AI Ende November oder Anfang Dezember 2026 abgeschlossen sein.

Für Familien heißt das:

⚠️ Die Zukunft der App ist offen. Findet sich kein Käufer, der den Dienst weiterführt, soll die Plattform eingestellt werden. Bis dahin laufen App und Abos laut Unternehmen weiter.
⚠️ Offen ist auch, was mit den gespeicherten Daten passiert. Laut dem US-Sender CBS könnten bei einem Verkauf auch Chatverläufe, Sprachaufnahmen, Bilder und Videos weitergegeben werden. Character.AI sagt, die Daten blieben durch seine Datenschutzerklärung geschützt.
⚠️ Behörden schauen genau hin. Am 14. Oktober 2026 haben 40 US-Generalstaatsanwaltschaften (39 Bundesstaaten und Washington, D.C.) beim Insolvenzgericht Schutz für die gespeicherten Daten verlangt – darunter private Chats von Kindern und Erwachsenen.

👉 Unser Rat: Wenn Ihr Kind ein Konto hat, ist jetzt ein guter Moment, gemeinsam zu entscheiden, ob Sie es löschen. Das geht in der App oder auf der Website über die Profil-Einstellungen. Möchte Ihr Kind etwas behalten, können Sie die Daten vorher exportieren. Löschen ist endgültig. Ein Abo, das über den App Store oder Google Play abgeschlossen wurde, kündigen Sie dort.

📌 Wir prüfen diesen Artikel neu, sobald feststeht, wie es mit Character.AI weitergeht.

Warnsignale: Wann wird ein KI-Chatbot zum Problem?

Diese Anzeichen können darauf hindeuten, dass Chatbots oder das Handy für Ihr Kind zu wichtig werden. Sie sind kein Beweis – aber ein Anlass, hinzuschauen:

⚠️ Es zieht sich aus echten Kontakten zurück und verbringt seine Zeit lieber mit KI-Figuren
⚠️ Es hat Stimmungseinbrüche, die Sie sich nicht erklären können
⚠️ Es nimmt das Handy mit ins Bett und schaut nachts auf den Bildschirm
⚠️ Es reagiert gereizt, wenn das Handy weggelegt werden soll
⚠️ Es versteckt das Handy oder verheimlicht, welche Apps es nutzt

👉 Dann gilt: das Gespräch suchen – ohne Vorwürfe und ohne das Handy als erste Reaktion wegzunehmen. Ein guter Gesprächseinstieg für ältere Kinder: unser Handysucht-Test mit 9 Fragen und sofortiger Auswertung.

Erkennen Sie Ihr Kind wieder? Sie müssen das nicht allein lösen. In einem persönlichen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, was Ihrer Familie hilft.

Zur Beratung

Mehr zum Thema: Handysucht

Was Eltern konkret tun können

✅ Das Alter klären
Unter 16 ist Character.AI laut Nutzungsbedingungen nicht erlaubt, unter 18 gibt es keinen freien Chat mehr. Wenn Ihr Kind die App trotzdem nutzt, sprechen Sie es offen darauf an – ohne Vorwürfe.

✅ Gemeinsam anschauen
Lassen Sie sich zeigen, mit welchen Figuren Ihr Kind zu tun hat und was ihm daran gefällt. Fragen Sie interessiert nach, statt gleich zu urteilen.

✅ Den Unterschied zwischen KI und echter Beziehung erklären
Eine KI-Figur ist kein Mensch, auch wenn sie so wirkt. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es ein Gespräch jederzeit abbrechen darf und keine persönlichen Daten wie Name, Adresse oder Fotos preisgibt.

✅ Sperren auf dem Gerät nutzen
Altersgrenzen im App Store oder in Family Link einstellen und den Browser nicht vergessen – so geht’s.

✅ Jetzt über das Konto entscheiden
Wegen der Insolvenz ist offen, was mit den gespeicherten Chats passiert. Entscheiden Sie gemeinsam, ob Sie das Konto löschen.

✅ Problematische Figuren melden
Über die Melde-Funktion in der App. Jugendschutzverstöße können Sie außerdem bei jugendschutz.net melden.

✅ Nicht als Belohnung, Strafe oder Beruhigung einsetzen
Das empfiehlt auch die AWMF-Leitlinie zum Bildschirmmediengebrauch: Bildschirmmedien nicht zur Belohnung, Bestrafung oder Beruhigung einsetzen.

Hilfe in Krisen

Wenn Ihr Kind von Gedanken spricht, nicht mehr leben zu wollen: Nehmen Sie das ernst und holen Sie sich Unterstützung. Sie müssen das nicht allein tragen. Diese Angebote sind kostenlos:

TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 – rund um die Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen, außerdem per Mail und Chat
Nummer gegen Kummer – Kinder- und Jugendtelefon: 116 111, Montag bis Samstag 14 bis 20 Uhr
Nummer gegen Kummer – Elterntelefon: 0800 111 0 550, Montag, Mittwoch und Freitag 9 bis 17 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9 bis 19 Uhr
Bei akuter Gefahr: Notruf 112

Fazit: Ab wann ist Character.AI erlaubt?

Laut Nutzungsbedingungen ist Character.AI in der EU ab 16 Jahren erlaubt. Frei chatten dürfen inzwischen aber nur noch Erwachsene – Jugendliche unter 18 haben nur noch den Lesemodus. Dazu kommt: Character.AI steckt in einem Insolvenzverfahren, und was mit den gespeicherten Chats passiert, ist offen.

Unsere Einschätzung: Character.AI ist keine App für Kinder – und für Jugendliche unter 18 nur eingeschränkt nutzbar. Wichtiger als jede Sperre ist, dass Ihr Kind mit Ihnen über KI-Figuren reden kann: was sie sind, was sie nicht sind und warum ein Chatbot keine echte Freundschaft und keine Hilfe in Krisen ersetzt.

Häufige Fragen von Eltern

Welche Altersfreigabe hat Character.AI?

Im Apple App Store 18+, bei Google Play „USK ab 12 Jahren“ mit dem Zusatz „Chats und In-App-Einkäufe“. Das sind Einstufungen der Inhalte durch die Stores – keine Altersprüfung. Für die Nutzung gelten die Nutzungsbedingungen mit 16 Jahren.

Ist Character.AI ab 12?

Nein. Die Einstufung „USK ab 12“ bei Google Play legt die International Age Rating Coalition (IARC) fest. Das ist eine Einstufung der Inhalte, keine Altersprüfung. Laut Nutzungsbedingungen gilt in der EU 16 Jahre, chatten dürfen nur Erwachsene.

Wie funktioniert die Altersverifizierung bei Character.AI?

Character.AI schätzt das Alter automatisch, etwa anhand von Login-Daten und Verhalten auf der Plattform. Wer als unter 18 eingestuft wird und widerspricht, muss ein Selfie machen, im Zweifel einen Ausweis zeigen. Beides verarbeitet der Dienstleister Persona. Ein bezahltes Abo ersetzt die Prüfung nicht. Mehr zur Altersprüfung.

Ist Character.AI für Kinder geeignet?

Unsere Einschätzung: nein. Apple stuft die App mit 18+ ein, Character.AI selbst lässt Minderjährige nicht mehr frei chatten, und Prüfer von jugendschutz.net konnten sexualisierte Dialoge erzeugen. Mehr dazu unter Die 6 wichtigsten Gefahren.

Gibt es eine Kindersicherung bei Character.AI?

Nur eingeschränkt: Über „Parental Insights“ sehen Sie die Bildschirmzeit Ihres Kindes – aber nur, wenn es Sie einlädt, und ohne Inhalte oder Zeitlimits. Wirksamer sind Altersgrenzen im App Store oder in Family Link. So geht’s.

Was passiert mit Character.AI nach der Insolvenz?

Das ist offen (Stand: 16. Oktober 2026). Das Unternehmen soll laut Character.AI bis Ende November oder Anfang Dezember 2026 verkauft werden. Findet sich kein Käufer, der den Dienst weiterführt, soll die Plattform eingestellt werden. Auch was mit den gespeicherten Chats passiert, ist nicht geklärt. Mehr zur Insolvenz.

Wie kann ich das Character.AI-Abo kündigen?

Ein Abo, das über den App Store oder Google Play abgeschlossen wurde, kündigen Sie dort. Abos über die Website kündigen Sie nach der Anleitung im Hilfe-Center von Character.AI. Bereits gezahlte Beträge werden laut Nutzungsbedingungen nicht erstattet, außer das Gesetz verlangt es.

Wie lösche ich das Character.AI-Konto meines Kindes?

In der App oder auf der Website über die Profil-Einstellungen. Vorher können Sie die Daten exportieren, falls Ihr Kind etwas behalten möchte. Das Löschen ist endgültig – machen Sie es am besten gemeinsam. Warum jetzt ein guter Moment für diese Entscheidung ist.

Mein Kind kommt nicht mehr vom Handy los – was kann ich tun?

Wenn Schule, Schlaf oder Freundschaften leiden, lohnt sich Unterstützung. In einem persönlichen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, ob es noch normale Nutzung ist – oder schon eine beginnende Mediensucht.

Persönliche Beratung für Eltern

Wenn Mediennutzung zur Belastung wird, müssen Sie das nicht allein lösen. In der Beratung bekommen Sie:

  • Ein gemeinsames Erstgespräch, um Ihre Situation zu klären
  • 1:1-Beratung – online per Zoom
  • Gespräche mit Eltern und Kind(ern)
  • Konkrete, alltagstaugliche Schritte statt starrer Regeln

Melden Sie sich – wir schauen gemeinsam, was Ihrer Familie hilft.

Zur Beratung

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Florian Buschmann

Über den Autor

Florian Buschmann

Psychologe (B.Sc.), Fachautor und Gründer der Initiative OFFLINE HELDEN. Als Jugendlicher war er selbst mehrere Jahre von exzessiver Mediennutzung betroffen – heute klärt er an Schulen auf und begleitet Familien.

Er ist Mitglied der Leitliniengruppe der AWMF-Leitlinie „Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend“ und Autor des Buchs „Ade Avatar“.

Mehr über Florian Buschmann

Quellen

Stand: 16. Oktober 2026

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